Morocco Calling

2 mo ago

Die Idee war simpel: München nach Marrakesch, alles auf Schotter wo's geht, und nicht mehr als zwei Nächte am selben Ort. Die Realität war dann doch etwas komplexer. Angefangen hat's schon in Südfrankreich, als mir klar wurde, dass mein Gepäcksystem die Vibrationen der GS persönlich nimmt. Eine Alubox hat sich bei Montpellier selbstständig gemacht und ist im Straßengraben gelandet. Französischer Bauer hat mir Kabelbinder gebracht. Merci, Pierre.

Spanien war der Hammer. Ab Granada ging's runter Richtung Küste und dann die Fähre nach Tanger. Wer noch nie mit einem vollbepackten Adventure-Bike auf eine marokkanische Fähre gefahren ist - stellt euch organisiertes Chaos vor, nur ohne den organisierten Teil. Aber sobald du in Marokko von der Fähre rollst, ist alles andere egal. Der Geruch, die Farben, das Hupen von allen Seiten. Die GS hat sich gefühlt wie ein Panzer zwischen den Eseln und Mopeds.

Der beste Tag war die Strecke von Midelt über den Tizi n'Tichka Pass nach Marrakesch. Knapp 200 Kilometer, davon gefühlt die Hälfte Schotterpiste, und Kurven bei denen dir der Arsch auf Grundeis geht wenn du in die Schlucht runter schaust. Oben auf dem Pass stand ich mit laufendem Motor im Nebel und konnte weder vorwärts noch rückwärts was sehen. Drei Minuten später reißt der Nebel auf und du stehst über den Wolken mit Blick auf den Atlas. Dafür fährt man Motorrad. Nicht für die Autobahn. Dafür.

📅 11 May 2026 👁 11 💬 0 👍 0

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