Die hohen Paesse habe ich fuer heuer abgehakt, das habe ich mir Ende September vorgenommen und auch eingehalten. Am Freitag kommt die GS zum Service, also war der Sonntag die letzte Gelegenheit fuer eine richtige Runde. Weil ich nicht schon wieder ueber Kuehtai wollte, ist es das Gschnitztal geworden, das ich seit Jahren nur vom Vorbeifahren auf der Brennerautobahn kenne.

Los um halb neun, bewusst nicht frueher. Am Samstag hat es den ganzen Tag genieselt, und nach so einem Tag sind die Schattenseiten im Wipptal bis in den Vormittag nass. Nicht ueber die Autobahn, sondern die Brennerstrasse hinauf, ueber Schoenberg und Matrei bis Steinach. Auf der Bundesstrasse ist am Sonntag in der Frueh kaum etwas los, ein paar Ausfluegler Richtung Italien und sonst nur Einheimische.

In Steinach geht es rechts weg nach Trins und dann immer das Tal hinein. Die Strasse ist schmal, aber gut, und nach Trins wird es schlagartig ruhig. Was mich ueberrascht hat: wie breit das Tal hinten ist. Wiesen bis an den Waldrand, dazwischen die Hoefe, und an den Haengen Laerchen, die jetzt genau in der Woche sind, in der sie von gruen auf gelb kippen. Ganz oben sind sie schon goldgelb, unten am Bach noch halb gruen. Zwei Wochen spaeter leuchtet vermutlich der ganze Hang, nur weiss heute niemand, ob dann noch Motorradwetter ist.

Hinten in Obertal beim Gasthof Feuerstein ist Schluss. Dort steht man unter dem Habicht, und der Sandesbach kommt ueber die Wand herunter. Ich habe die GS am Parkplatz abgestellt und bin eine halbe Stunde zu Fuss herumgegangen, mehr Programm gab es nicht. Ausser mir zwei Wanderer und ein Bauer, der mit dem Traktor Holz geholt hat.

Zurueck mit einem Umweg. Statt wieder ueber die Bundesstrasse bin ich in Matrei auf die andere Talseite und ueber Pfons und Ellboegen die alte Landesstrasse hinunter nach Innsbruck. Die ist schmal und hat ein paar schlechte Stellen, dafuer faehrt man in der Sonne am Hang entlang und hat das Wipptal unter sich. Gegen drei war ich daheim, rund hundert Kilometer, kein einziger Stau.

Fuer alle, die im Oktober noch in die Seitentaeler wollen, ein paar Dinge, die mir an dem Tag wieder aufgefallen sind.

Erstens das Laub. In den Waldstuecken liegt es jetzt nass auf der Fahrbahn, und im Schatten trocknet es den ganzen Tag nicht. In der Kurve sieht ein nasses Ahornblatt aus wie Asphalt und faehrt sich wie Seife.

Zweitens die Bauern. Im Herbst wird geodelt, und wo ein Traktor mit dem Fass aus der Wiese kommt, liegt Erde auf der Strasse. Riechen tut man es frueher, als man es sieht.

Drittens das Licht. Um sieben ist es dunkel, und in der Daemmerung steht im Wipptal an jedem zweiten Waldrand Wild. Ich plane Oktoberrunden inzwischen so, dass ich um fuenf zu Hause bin.

Und viertens, wie schon im September gelernt: Winterhandschuhe rein, auch wenn es im Inntal beim Losfahren noch nach Sommer aussieht. Diesmal hatte ich sie dabei und habe sie ab Trins tatsaechlich gebraucht.

Am Freitag also Service. Auf dem Zettel fuer den Haendler stehen Oel und Filter, Bremsfluessigkeit, Kettensatz anschauen und das leichte Klappern an der Verkleidung, das ich seit dem Timmelsjoch hoere. Reifen kommen erst im Fruehjahr. Die Nummerntafeln hinterlege ich heuer nicht, im Februar gibt es immer ein paar trockene Tage, und fuer die will ich nicht erst zur Versicherung muessen.

📅 14 Oct 2026 👁 0 💬 0 👍 0

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