Die Batterie war am Freitag wirklich da, wie der Haendler gesagt hatte. Abgeholt habe ich sie vor der Schicht, mit der Bahn, im Rucksack. Fast sieben Kilo, das merkt man nach zwei Umstiegen in den Schultern. Der Mann an der Theke hat noch gefragt, ob ich sie selbst einbaue, und mir dann ungefragt erklaert, in welcher Reihenfolge die Kabel abkommen. Ich habe genickt, als wuesste ich das seit Jahren.

Eingebaut habe ich sie am Samstag nach dem Fruehstueck. Sitzbank ab, Minus zuerst los, dann Plus, Halteband auf, die alte raus. Die neue rein, jetzt umgekehrt: Plus zuerst, dann Minus. Gleich mit dran kam das Kabel vom Erhaltungsladegeraet, mit Oesen direkt auf die Pole, der Stecker liegt jetzt unter der Sitzbank und schaut ein Stueck raus. Ab jetzt haengt die Breakout an der Leine, sobald sie in der Garage steht. Eine halbe Stunde Arbeit, davon zehn Minuten fuer die Schraube, die mir unter die Werkbank gerollt ist.

Dann der Moment. Zuendung, Anlasser, und der V2 war sofort da. Nicht dieses muede Durchdrehen, an das ich mich offenbar seit Monaten gewoehnt hatte, sondern ein kurzer, wacher Schlag. Erst da habe ich verstanden, dass die alte Batterie nicht am Mittwoch gestorben ist. Sie ist seit dem Sommer langsam gestorben, und ich habe es nicht gehoert.

Gefahren bin ich am Samstag trotzdem nicht. Ab dem Nachmittag hing der Himmel tief, am Abend kam der Regen. Also blieb die Maschine am Kabel, und der Wecker stand auf halb fuenf. Es gab ja noch eine Schuld zu begleichen.

Um fuenf war ich am Fischmarkt, Dirk kam mit dem Golf ein paar Minuten spaeter. Die Strasse nass vom Abend, neun Grad, ab und zu ein bisschen Niesel, und trotzdem schon voll: die Letzten von der Reeperbahn, ein paar Fruehaufsteher mit Einkaufstaschen und die Marktschreier, die um diese Zeit schon heiser klingen. Aus der Fischauktionshalle kam Musik. Zwei Fischbroetchen, Bismarck fuer ihn, Matjes fuer mich, dazu zwei Kaffee im Pappbecher. Damit sind wir quitt, hat Dirk gesagt, und dann wollte er unbedingt hoeren, wie sie jetzt anspringt. Ein Druck, sofort da. Er hat genickt wie jemand, dem man eine Diagnose bestaetigt.

Zurueck bin ich nicht gleich, sondern noch an der Elbe entlang bis Neumuehlen und wieder zurueck, die Strasse fast leer, drueben im Hafen die Lichter noch an. Eigentlich nur, um die neue Batterie zu feiern. Jetzt steht die Breakout wieder in der Garage, mit dem Kabel dran, und ich lege mich noch einmal hin. Dass ich mich mal so ueber einen Anlasser freue, haette ich auch nicht gedacht.

๐Ÿ“… 18 Oct 2026 ๐Ÿ‘ 1 ๐Ÿ’ฌ 0 ๐Ÿ‘ 0

Reacties (0)