il y a 1 mois // mis à jour il y a 19 j
Nach dem Kaunertal vor zwei Wochen war das Hahntennjoch faellig, das ich dieses Jahr noch gar nicht unter den Raedern hatte. Dafuer habe ich mir bewusst einen Werktag genommen. Seit Anfang September ist auf den Passstrassen merklich weniger los, die Reisebusse sind weg und der halbe Verkehr besteht aus Einheimischen und Baustellenfahrzeugen.
Um kurz vor sieben aus Innsbruck raus, ueber Zirl und Telfs Richtung Imst. Das Inntal liegt um die Zeit noch komplett im Schatten und es waren keine zehn Grad. Die Sommerhandschuhe waren eine Fehlentscheidung, die ich schon in Silz bereut habe. In Imst dann erst einmal Kaffee und zwanzig Minuten warten, bis die Finger wieder mitgemacht haben.
Ab Imst geht es sofort zur Sache. Die Strasse ist schmal, hat kaum Leitplanken und in den ersten Kehren steht der Fels direkt neben dem Lenker. Nach dem Regen am Dienstag lag stellenweise Rollsplitt und feiner Schotter in den Innenkurven, was bei fuenfzehn Grad Belag und kalten Reifen genau die Kombination ist, bei der man sich zusammenreisst und einfach langsamer faehrt. Oben auf der Passhoehe waren ausser mir zwei Rennradfahrer und ein Kastenwagen. Neun Grad, Wind, und die ganze Kette gegenueber schon mit Neuschnee auf den Gipfeln, den es vorige Woche noch nicht gab.
Die Abfahrt nach Bschlabs und Pfafflar ist der Teil, den ich eigentlich wegen der Strasse fahre. Enge Kehren, kaum Verkehr, unten dann das Bschlabertal mit den Hoefen an den Haengen, wo man ohne Uebertreibung zehn Minuten niemandem begegnet. In Elmen raus ins Lechtal, dort Mittagspause, Kaiserschmarrn und noch einen Kaffee, weil ich es nicht eilig hatte.
Zurueck bin ich nicht ueber den Fernpass, den ich am Nachmittag grundsaetzlich meide. Stattdessen ueber Namlos nach Berwang und Bichlbach und erst dann hinunter. Das kostet eine halbe Stunde mehr und spart dafuer den Stau vor Nassereith, der um die Zeit fast garantiert ist.
Zweihundertsechzig Kilometer, knapp vier Liter auf hundert bei der Fahrweise, und die GS hat den ganzen Tag nicht einmal daran erinnert, dass sie mit Koffern besser rollt als ohne. Die Kette hat am Abend nur einen Schuss Spray gebraucht, der Hinterreifen sieht nach der Passfahrerei am Rand deutlich benutzter aus als vorher. Was ich beim naechsten Mal anders mache: Winterhandschuhe rein, auch wenn es beim Losfahren im Tal noch nach Sommer aussieht.
Die Abfahrt nach Bschlabs ist der eigentliche Grund, warum man da hochfaehrt, und im September hat man sie fast fuer sich allein. Rollsplitt in den Innenkurven gehoert nach dem ersten Regen dort einfach dazu, das kehrt bis in den Oktober niemand mehr weg.
Genau so war es, ab Pfafflar bin ich niemandem mehr begegnet. Den Rollsplitt hatte ich diesmal wenigstens vorher eingeplant.