hace 5 d
Sonntag frei und Montag erst Spaetschicht, das gibt es selten. Also bin ich nach dem Abendessen nicht in den Hafen, sondern einmal die Elbe hinunter bis nach Wedel. Das hatte ich mir seit dem Sommer vorgenommen.
Die Elbchaussee um zehn Uhr abends ist eine andere Strasse als am Tag. Kein Bus, keine Lieferwagen, nur die Villen hinter den Hecken und ab und zu ein Licht im ersten Stock. In Blankenese runter ans Wasser habe ich gelassen, die Gassen dort sind nichts fuer die Breakout mit ihrem Wendekreis. Ab Rissen wird es dunkel, richtig dunkel, Felder und Wald, und der V2 klingt da draussen ganz anders als zwischen den Lagerhallen.
Am Faehrhaus in Wedel brannte drinnen noch Licht, draussen war niemand. Tagsueber begruessen sie dort jedes grosse Schiff mit der Flagge und der Nationalhymne, nachts ist die Anlage aus und der Anleger leer. Ich habe mich auf die Mauer gesetzt. Der Himmel war nach dem grauen Tag aufgerissen, kaum Wind, neun Grad.
Nach einer Viertelstunde kam einer rein, ein Containerschiff, hoch beladen, nur die Positionslichter, rot zu mir herueber. Das Fahrwasser liegt dort nah am Ufer, und so ein Ding schiebt sich in voller Laenge an einem vorbei, fast ohne Geraeusch. Erst als es schon vorbei war, kam die Welle und ist an den Steinen hochgelaufen. Keine Hymne, kein Gruss, ausser mir hat es niemand gesehen.
Zurueck auf demselben Weg, in Teufelsbrueck noch einmal angehalten, weil die Stadt von dort aus ganz still aussieht. Viertel nach eins zu Hause. Die dicke Jacke war richtig, die Handschuhe haette ich eine Nummer waermer nehmen koennen.