1 μήν. πριν
Freitag Spaetschicht, kurz nach elf zu Hause, und statt ins Bett bin ich noch einmal runter. Die Breakout stand seit Mittwoch trocken in der Garage, und ich wollte wissen, ob es nachts noch geht, ohne dass einem die Finger absterben.
Bis zur Koehlbrandbruecke war die Luft klar. Oben dann der Blick nach Westen, und da lag er schon: ein flacher weisser Streifen ueber dem Wasser, keine drei Meter hoch. Die Kraene von Waltershof standen mit den Fuessen drin und mit den Auslegern oben raus, als haette jemand die untere Haelfte weggeschnitten. So etwas sieht man im Juli nie.
Drueben bin ich deutlich langsamer geworden, weil man in dem Zeug wirklich nichts sieht. Die Laternen werden zu Kugeln, die Fahrbahn wird nass, ohne dass es regnet, und das Visier beschlaegt von innen und von aussen gleichzeitig. Auf, zu, auf, zu, und irgendwann faehrt man mit einem Finger am Visierrand und laesst einen Spalt offen.
Am Terminal habe ich den Motor ausgemacht und bin einfach stehen geblieben. Das ist der eigentliche Grund, warum ich nachts rausfahre. Wenn der V2 aus ist, hoert man das Hafenbecken arbeiten: irgendwo setzt ein Container auf, weiter weg laufen die Bruecken am Burchardkai, und dazwischen ist nichts. Im Nebel klingt das alles naeher, als es ist. Ein Schlepper ist rausgefahren, den habe ich lange gehoert und nie gesehen.
Zurueck durch den Tunnel, und drueben in der Stadt war von dem ganzen Nebel nichts mehr uebrig, als haette ich mir das eingebildet. Halb zwei zu Hause. Die Handschuhe waren die richtige Entscheidung, die duenne Jacke nicht. Ab jetzt haengt die dicke wieder vorne im Flur.
Den Nebel hatten wir hier die ganze Woche, so sauber als Decke ueber der Elbe habe ich ihn aber selten gesehen. Am Terminal den Motor ausmachen und nur zuhoeren mache ich seit Jahren, und langweilig wird das nie. Die Schlepper hoerst du wirklich ewig, bevor irgendwo einer auftaucht.