преди 11 ч
Der Karton stand seit zwei Wochen auf der Werkbank und heute war er endlich dran. Kette, Ritzel, Kettenrad, alles zusammen, weil bei einem Motorrad, das jahrzehntelang gestanden hat, alles andere Unsinn waere.
Die alte Kette hatte ich ja schon gemessen, an einer Stelle knapp einen halben Zentimeter ueber der Grenze. Was ich nicht gemessen hatte, war das Ritzel. Als der Deckel unten war, sah ich es zum ersten Mal richtig: die Zaehne sind nicht mehr symmetrisch, sondern auf einer Seite schraeg abgetragen und vorne leicht hakenfoermig. Beim Kettenrad hinten dasselbe in schwaecher. Das ist kein Verschleiss von diesem Sommer, das hat sich ueber die Standzeit und die ersten Kilometer nach dem Aufbau so eingelaufen. Haette ich nur die Kette getauscht, haette die neue innerhalb von zweitausend Kilometern denselben Zustand gehabt.
Beim Ritzelwechsel kommt man dann an Stellen, die man sonst nie sieht. Hinter dem Deckel war es feucht, nicht nass, aber der Staub klebte in einer Spur, die von der Welle nach unten laeuft. Der Wellendichtring am Ausgang schwitzt also leicht. Fuer heute habe ich ihn sauber gemacht und weitergearbeitet, aber damit steht auf dem Zettel wieder eine Zeile mehr, und die gehoert diesmal ehrlich zur Winterarbeit, zusammen mit den Lenkkopflagern, die immer noch im Karton daneben liegen.
Neue Kette aufgelegt, Nietschloss gesetzt, Spannung eingestellt, Hinterrad ausgerichtet, alles zweimal geprueft. Danach eine Stunde raus Richtung Erkner und zurueck. Der Unterschied ist groesser, als ich erwartet hatte: das leichte Rucken beim Lastwechsel im zweiten Gang, das ich die ganze Zeit dem Vergaser zugeschrieben habe, ist einfach weg. Es war nie der Vergaser.
Auf dem Rueckweg habe ich mich wieder dabei erwischt, wie ich auf ein Geraeusch warte. Diesmal kam wirklich keines.